Ist eine Wassertemperatur von 33 °C im Pool für Babys zwischen vier und sechs Monaten wirklich geeignet?
- keghamburg

- 29. Juli
- 3 Min. Lesezeit

Diese Frage wird uns häufig gestellt – und die kurze Antwort lautet: Ja.
Wenn dein Baby zur Welt kommt, empfehlen wir in der Kinderkrankenpflege für das Säuglingsbad eine Wassertemperatur von etwa 37 bis 38 °C. Der Grund dafür ist, dass sich das Temperaturregulationszentrum deines Neugeborenen nach der geschützten Zeit im Mutterleib zunächst an die neue Umgebung anpassen muss. Während der Schwangerschaft herrschte in der Gebärmutter eine nahezu konstante Temperatur. Nach der Geburt muss der Körper erst lernen, sich an unterschiedliche Außentemperaturen anzupassen. Dazu gehört, dass sich die Blutgefäße bei Kälte verengen und bei Wärme erweitern können.
Dein Baby verlässt mit der Geburt eine sogenannte Thermoneutralzone – einen Bereich, in dem der Körper keine zusätzliche Energie aufwenden musste, um seine Temperatur zu halten. Dieses Prinzip macht man sich beispielsweise bei Frühgeborenen zunutze: Sie werden in einem Inkubator versorgt, der eine möglichst konstante Umgebungstemperatur bietet und so unnötigen Energieverlust verhindert.
Bereits innerhalb der ersten drei Lebensmonate entwickelt sich die Fähigkeit zur Temperaturregulation deutlich weiter. Vollständig ausgereift ist sie jedoch erst etwa zum Ende des ersten Lebensjahres. Dies gilt auch für frühgeborene Kinder – nur solltest du hier das korrigierte Alter heranziehen. Kinder nach der 33. SSW sind in der Regel schon deutlich stabiler in ihrem Reifungsprozess als extremere Frühgeborene vor der 33. SSW. Spätestens im Alter von zwei Jahren sollte, ohne weitere Komplikationen, die Verzögerung der Entwicklung aufgeholt sein. Frühgeborene zeigen sich dabei auf ihrem Weg so individuell und verschieden, wie alle Kinder verschieden sind.
“Korrigiertes Alter“: berücksichtigt die Wochen, die bis zur Regelgeburt fehlen. Ein Frühgeborenes der 36. SSW ist vier Wochen zu früh geboren und damit im Alter von vier Monaten im Entwicklungsstand eines drei Monate alten Babys (16 Wochen – 4 Wochen).
Bedeutung für das Babyschwimmen
Aus diesem Grund solltest du mit dem Babyschwimmen nicht vor dem dritten Lebensmonat beginnen. Bei KEG Wassergewöhnung starten unsere Kurse ab dem vierten Lebensmonat in einem Pool mit 33 °C Wassertemperatur. Unsere langjährige Erfahrung zeigt, dass sich die Babys bei dieser Temperatur durch die ständige Bewegung im Wasser und den engen Körperkontakt zu dir in der Regel sehr wohlfühlen. Probleme aufgrund der Wassertemperatur treten nur selten auf.
Woran erkennst du, dass dein Baby friert?
Achte auf folgende Anzeichen:
Dein Baby beginnt zu zittern oder der Mund „klappert“.
Das Munddreieck wirkt blass oder grau.
Die Haut erscheint bläulich oder marmoriert.
Dein Baby wird ohne erkennbaren Grund quengelig oder unruhig (vorausgesetzt, Müdigkeit, Hunger, Schmerzen, Krankheit oder eine kürzlich erfolgte Impfung sind ausgeschlossen).
Was kannst du tun?
Du kannst dein Baby im Wasser zusätzlich wärmen, indem du ihm zunächst ein Schwimmshirt anziehst oder es vorübergehend mit einer Stoffwindel umhüllst. Oft reichen bereits ein oder zwei Kursstunden aus, bis sich dein Kind an die neue Situation gewöhnt hat und seine Temperatur selbst besser regulieren kann.
Auch die ungewohnte Umgebung und das gemeinsame Erleben mit Mama oder Papa im Wasser stellen zunächst eine neue Erfahrung dar, an die sich dein Baby erst anpassen muss.
Wie entwickelt sich das später?
Mit zunehmendem Alter wird dein Kind beweglicher, aktiver und sicherer im Wasser. Dadurch kann es seine Körpertemperatur immer besser selbst regulieren. Die Wassertemperatur spielt dann meist nur noch eine untergeordnete Rolle.
Für Kurse zur Wassergewöhnung und den späteren Schwimmunterricht empfehlen wir dennoch eine Wassertemperatur von mindestens 29 °C. Ältere Kinder können außerdem bereits selbst äußern, wenn ihnen kalt wird.
Darfst du mit deinem Baby im Urlaub ins Meer gehen?
Grundsätzlich gilt: Das Wohl deines Kindes steht immer an erster Stelle. Unser eigenes Wärmeempfinden unterscheidet sich deutlich von dem eines Babys. Aufgrund des geringeren Unterhautfettgewebes und der im Verhältnis größeren Körperoberfläche verlieren Säuglinge wesentlich schneller Wärme als Erwachsene.
Bei Babys bis etwa zum siebten Lebensmonat empfehlen wir daher, im eher kühlen Meerwasser zunächst nur die Beinchen eintauchen zu lassen. Mit zunehmendem Alter und mehr Bewegungsfreiheit können Kinder Kälte besser ausgleichen. Gleichzeitig lernst du dein Kind immer besser kennen und kannst einschätzen, welche Wassertemperaturen und Aufenthaltszeiten für dein Kind angenehm sind
Unser Tipp
Genießt die gemeinsame Zeit im und am Wasser! Es ist ein booster für die motorische Entwicklung deines Kindes und stärkt die Bindung zwischen euch. Positive Erlebnisse im Wasser geben deinem Kind Selbstvertrauen.
Aber Achtung: Lass dein Kind am Wasser niemals unbeaufsichtigt – auch nicht für einen kurzen Moment, z.B. um auf’s Handy zu schauen oder eine Nachricht zu schreiben.
So wird jeder Tag im und am Wasser zu einem sicheren und schönen Abenteuer für euch beide!



